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Stoffe

Stoffe – Dein großer Ratgeber, von der Auswahl bis zur Verarbeitung!

Der aktuelle Nähtrend findet immer mehr Anhänger. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn beim Nähen können DIY Liebhaber und Fashion Begeisterte ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Shirts, Taschen, Sommerkleider … Den Möglichkeiten sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Kleidungsstücke, Dekoideen und Wohnaccessoires lassen sich ganz nach dem eigenen Geschmack auswählen und nach den individuellen Vorstellungen gestalten.
Dabei gibt es Stoffe in großer Auswahl, viele Farben und Muster, die zu allerlei schönen Accessoires und Kleidungsstücken verarbeitet werden können. Wenn auch du deine Leidenschaft fürs Nähen entdeckt hast, wirst du früher oder später nicht darum herumkommen, dich mit dieser Vielfalt an Stoffen zu beschäftigen. Denn je mehr du über die verschiedenen Stoffe lernst, die auf dem Markt erhältlich sind, desto besser kannst du sie auch mit deiner Nähmaschine verarbeiten. Im Folgenden geben wir dir eine Reihe von Informationen mit an die Hand, die dir einen ersten Einblick in die kunterbunte Welt des Stoffs geben sollten.

Stoffe
Stoffe kaufen – Das solltest du beachten

Beim Betreten eines Stoffgeschäfts ist es bestimmt schon einmal jedem Hobbynäher passiert: Der gute Vorsatz, wirklich nur den Stoff zu kaufen, der für das geplante Projekt benötigt wird, wurde innerhalb kürzester Zeit über Bord geworfen. Die bunten Farben, die große Auswahl, die schönen Prints … Es gibt immer einen Grund, im Wunderland des Stoffs den Kopf zu verlieren. Das macht zwar Spaß, kann das eigene Portemonnaie auf Dauer aber auch ganz schön belasten. Aus diesem Grund haben wir dir hier einige Tipps und Tricks zusammengestellt, mit deren Hilfe dir die Stoffauswahl etwas leichter fallen sollte.

Damit du keine Fehlkäufe riskierst, ist es wichtig, dass du dir vorab darüber Gedanken machst, welche Stoffe du wirklich brauchst. Weil das wiederum von deinem geplanten Projekt abhängt, ist es wichtig, dass du dir vorher ausrechnest, wie viel von welchem Stoff du voraussichtlich benötigst. Wenn du nach Anleitung arbeitest, sollte dir das etwas leichter fallen, weil Stoffart und -menge dort normalerweise bereits angegeben sind. Zumindest für Nähanfänger sind Anleitungen daher ratsam. Wenn du dann im Stoffladen bist, ist es noch wichtig, dass du dich nicht von der großen Auswahl dazu verführen lässt, anderen Stoff als den zu kaufen, der in der Anleitung empfohlen wird. So stellst du sicher, dass du auch wirklich nur das kaufst, was du tatsächlich brauchst und dass deine neuen Schätze am Ende gut miteinander harmonieren.

Wenn du mit deinem eigenen oder mit einem abgewandelten Schnittmuster arbeitest, kann ein Farbkreis hilfreich sein, der die Beziehungen zwischen den einzelnen Farben verbildlicht. Bei der Farbauswahl solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Wirkung du mit deiner Kreation erzielen möchtest. Komplementärfarben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, ergeben zum Beispiel einen ganz anderen Look als analoge Farben, die nebeneinanderliegen. Wenn du auf Muster oder Prints zurückgreifen möchtest, solltest du nicht nur bedenken, welche Kombinationen gut miteinander harmonieren, sondern auch, wie groß dein geplantes Projekt werden soll. So eignet sich ein Muster mit großen Motiven zum Beispiel eher nicht für ein kleines Projekt wie einen Babystrampler – es ist eher für ein großes Projekt wie ein Kopfkissen geeignet.

Ein weiterer Faktor beim Stoffkauf ist die Stoffbreite. Standardbreiten sind 90, 120 und 140 Zentimeter. Gerade für größere Projekte ist ein breiter Stoff praktisch – wenn du dagegen an etwas Kleinem arbeiten möchtest, sollte eine Breite von 90 Zentimetern ausreichen. Solltest du dir gewünschte Breite nicht finden können, hast du auch die Möglichkeit, zwei Stoffstücke zusammenzunähen. Dabei musst du aber auf Genauigkeit achten.

Der Stoff, den du auswählst, wird am Ende darüber entscheiden, ob deine Kreation billig oder hochwertig wirkt. Vor der endgültigen Kaufentscheidung solltest du dir daher unbedingt auch die Zusammensetzung ansehen, um sicherzustellen, dass du die richtige Wahl triffst. Gute Qualität muss nicht zwingend teuer sein, aber um gute von schlechter Qualität unterscheiden zu können, ist ein bisschen Erfahrung nötig. Naturfasern wie Wolle, Leinen oder Baumwolle sind in aller Regel sehr angenehm zu tragen, denn sie sind atmungsaktiv und nehmen Feuchtigkeit auf. Kunstfasern auf der anderen Seite haben einen eher schlechten Ruf, müssen deshalb aber auf keinen Fall automatisch schlecht sein. Im Gegenteil: Eine gute Kunstfaser kann so manche negative Eigenschaft einer Naturfaser ausgleichen, ist sie doch weniger anfällig fürs Knittern, Ausleiern oder Ausbluten. Beim Stoffkauf solltest du allerdings unbedingt darauf achten, dass der Anteil an Kunstfasern geringer ist als der Anteil an Naturfasern. Grundsätzlich kommt es bei der Qualität immer auf die richtigen Anteile an.

Auch der Geruch und die Oberflächenbeschaffenheit eines Stoffs können dir bei der Stoffauswahl helfen. Wenn ein Stoff muffig, beißend oder chemisch riecht, lässt du besser die Finger davon. Denn solche Gerüche deuten auf chemische Herstellungsverfahren hin, die weder für die Umwelt noch für deine Gesundheit gut sind. Was die Oberflächenbeschaffenheit deines Stoffs angeht, so solltest du auf eine möglichst glatte und ebenmäßige Oberfläche achten. Denn sie wirkt hochwertig und sorgt dafür, dass du lange Freude an deinem Accessoire oder Kleidungsstück hast. Am besten kannst du die Faktoren Geruch und Oberflächenbeschaffenheit natürlich beurteilen, wenn du deinen Stoff vor Ort in einem Stoffgeschäft kaufst. Alternativ hast du aber auch die Möglichkeit, Stoff online zu bestellen und bei Nichtgefallen zurückzuschicken.

Sobald du dich erst einmal für Stoff entschieden und deine neuen Schätze nach Hause geschafft hast, gibt es noch einen weiteren Punkt, den du auf keinen Fall außer Acht lassen solltest: Wasche und bügle deinen Stoff vorab, um dafür zu sorgen, dass dein fertiges Accessoire oder Kleidungsstück später nicht ausblutet oder einläuft. Denn in neuem Stoff steckt für gewöhnlich noch jede Menge Farbe und Chemie, die erst einmal herausgewaschen werden muss, bevor du damit arbeitest. Außerdem laufen die meisten Textilien ein – es kann daher passieren, dass am Ende bis zu zehn Prozent fehlen. Das tut vor allem dann weh, wenn du dein neues Kleidungsstück gerade erst fertiggestellt hast und dann nach dem ersten Waschgang feststellen musst, dass es plötzlich nicht mehr passt. Es reicht übrigens auch nicht, Kleidungsstücke einfach eine Nummer größer anzufertigen und quasi mit dem Einlaufen zu rechnen, so dass sie nach dem Waschen passen: Denn erstens läuft nicht jedes neue Gewebe ein und zweitens läuft Stoff auch nicht gleichmäßig ein.

Super stretch stoff
Wo kann ich Stoffe kaufen?

Wo du Stoffe am besten kaufst, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, denn jeder Mensch hat bestimmte Vorlieben und eigene Erfahrungswerte, die auf den Stoffkauf Einfluss nehmen. Gerade Nähanfänger fassen ihren Stoff gerne vorher an, um besser einschätzen zu können, wie er sich später auf der Haut anfühlen wird. Bei elastischen Stoffen kann es auch hilfreich sein, vorab zu testen, wie dick und elastisch sie tatsächlich sind. Wenn du einen Stoffladen in der Nähe hast und noch nicht weißt, welchen Stoff du kaufen sollst, kann es sich daher lohnen, einmal dort vorbeizuschauen. Vielleicht kannst oder möchtest du aber auch nicht vor Ort kaufen: Dann hast du natürlich die Möglichkeit, deinen Stoff im Internet zu bestellen. Anfangs kann es ein bisschen kompliziert sein, den richtigen Stoff und Stoffhändler zu finden.
Bei der Auswahl kann es daher hilfreich sein, sich bei Freunden zu informieren, die ebenfalls nähen. Zudem können Shopbewertungen ein wichtiger Anhaltspunkt sein. Am besten gelingt der Stoffkauf online auf jeden Fall, wenn du nach Anleitung arbeitest, denn dann weißt du bereits, welche Stoffart du benötigst und kannst anhand der Angaben das richtige Produkt für deine Zwecke ermitteln. Achte dabei auch unbedingt auf das Gewicht und die Materialzusammensetzung deines Stoffs. Neben Onlineshops und Stoffgeschäften kannst du auch auf dem Markt oder auf Messen Stoff kaufen. Werfe hierzu am besten einmal einen Blick auf Google, um herauszufinden, welche Optionen für dich in Frage kommen.

Die 15 wichtigsten Stoffe beim Nähen

Wenn du vorhast, das Nähen zu einem langfristigen Hobby zu machen, ist es unumgänglich, dass du früher oder später auch etwas über die Textilien lernst, mit denen du es zu tun hast – und das nicht nur, weil du dann beim Stöbern im Stoffladen oder im Onlineshop viel mehr Spaß haben wirst. Grundsätzlich hat Stoff je nachdem, wie und woraus er gemacht ist, sehr unterschiedliche Eigenschaften. Für dich ist das sehr wichtig, wenn du einkaufen gehst: Denn wenn du dich mit dem Thema auskennst, weißt du sofort, womit du es zu tun hast, sobald du einen bestimmten Stoff siehst. Dadurch kannst du wesentlich besser einschätzen, für welche Arten von Accessoires und Kleidungsstücken sich bestimmte Stoffe eignen und für welche Nähprojekte sie eher ungeeignet sind. Ein elastischer Jersey zum Beispiel wäre für ein Sommerkleid die perfekte Wahl, ist für einen Beutel aber denkbar ungeeignet. Im Folgenden möchten wir dir Informationen über die 15 wichtigsten Stoffarten mit an die Hand geben, so dass dir die Stoffauswahl in Zukunft leichter fallen sollte.

Baumwolle

Baumwolle gilt als der Alleskönner unter den Stoffen. Ob gewebt oder gestrickt, fein oder robust, bedruckt oder bestickt: Die Naturfaser ist aufgrund ihrer zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten nicht aus unserem Alltag wegzudenken. Eigentlich bezeichnet der Begriff Baumwolle die Faserart – umgangssprachlich wird er aber gerne auch als Überbegriff für gewebte Baumwollstoffe aller Art verwendet. Konkrete Bezeichnungen für Baumwollstoffe sind zum Beispiel Denim, Batist oder Musselin. Doch ganz gleich, für welche Stoffart du dich entscheidest: Grundsätzlich gilt, dass Baumwolle ein sehr dankbares Material ist, das sich wunderbar für Anfänger eignet. Da es normalerweise kaum dehnbar ist, kann sich beim Nähen nichts verziehen – es sei denn, du entscheidest dich für elastischen Baumwolljersey, der für seine dehnbaren Eigenschaften bekannt ist.
Bei der Wahl deines Nähprojekts sind deiner Fantasie kaum Grenzen gesetzt: Ob kleine Kissen, bunte Taschen oder erste Kleidungsstücke – Baumwolle ist für unzählige Kreationen geeignet. Feine und leichte Baumwolle eignet sich hervorragend zur Herstellung von Blusen, Röcken oder Kleidern. Im Vergleich dazu ist feste und schwere Baumwolle eher für Nähprojekte geeignet, die stark strapaziert werden – so zum Beispiel Hosen, Jacken oder Taschen. Beim Nähen gilt als Faustregel: Feine Textilien brauchen eine dünnere Nadel und kleine Stiche, während grobe Textilien auch mit einer dickeren Nadel bearbeitet werden können. Für Jeans solltest du mit robusten Jeansnadeln arbeiten. Handelt es sich um ein elastisches Material wie zum Beispiel Jersey, ist es am besten, wenn du einen speziellen Elastikstich einstellst.

Jersey Stoff Fall
Jersey

Jersey ist ein weicher und dehnbarer Stoff, aus dem sich tolle Shirts und Kleider nähen lassen. Grundsätzlich kann das Material aus Seide, Viskose, Baumwolle oder Wollmischgarn zusammengesetzt sein. Auf der Haut fühlt es sich weich und geschmeidig an. Aufgrund seiner vielseitigen und pflegeleichten Eigenschaften bieten sich bei Jersey viele verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten an. Besonders gerne wird das Material für Unterwäsche, Shirts und Sportbekleidung verwendet. Zudem eignet sich Jersey als Dekostoff. Die besten Ergebnisse beim Verarbeiten von Jersey werden grundsätzlich mit einer Overlockmaschine erzielt – wenn du ein paar Dinge beachtest, kannst du den Stoff durchaus aber auch mit einer herkömmlichen Nähmaschine gut verarbeiten. Idealerweise verfügt deine Nähmaschine über einen speziellen Stretchstich, mit dessen Hilfe die Verarbeitung kein Problem sein sollte. Auf keinen Fall solltest du eine normale Nähmaschinennadel verwenden. Greife stattdessen lieber auf eine spezielle Jerseynadel oder Stretchnadel zurück, die gewährleistet, dass keine Laufmaschen im Stoff entstehen können. Beim Nähgarn solltest du auf eine qualitativ hochwertige Verarbeitung achten.

Viskose

Viskose ist ein Material, das im Rahmen eines chemischen Verfahrens industriell hergestellt wird. Ursprünglich handelt es sich jedoch um eine zellulosische Faser natürlichen Ursprungs, die aus unterschiedlichen Holzarten besteht. Aufgrund seiner feinen und fließenden Eigenschaften eignet sich der Stoff hervorragend für Shirts und Kleider. Er ist weich, strapazierbar und luftdurchlässig – um nur einige positive Eigenschaften zu nennen. Die Verarbeitung des feinen Materials hat allerdings ihre Tücken, denn es neigt dazu, beim Nähen hin und her zu rutschen. Damit dein Nähprojekt trotzdem gelingt, solltest du auf eine kurze Stichlänge und eine lockere Fadenspannung setzen. Auch ein Obertransportfuß kann hilfreich sein.

Viskose Stoff
Leinen

Leinen ist eine Naturfaser, die aufgrund ihrer Hautfreundlichkeit perfekt für Sommerkleidung geeignet ist. Aber auch Accessoires wie zum Beispiel Taschen lassen sich daraus herstellen. Weil das Material so robust und pflegeleicht ist, lässt sich Leinen generell sehr einfach verarbeiten. Unter der Nähmaschine verrutscht es nicht. Außerdem kann der Stoff in aller Regel ohne Beachtung der Richtung zugeschnitten werden.

Jacquard

Jacquard ist ein Gewebe oder Gestrick mit eingearbeiteter Musterung aus mehreren Fäden. Gewebtes Jacquard ist fester als gestricktes Jacquard – es ist daher vor allem bei Heimtextilien zu finden. Gestricktes Jacquard wird dagegen vor allem für Kleidungsstücke verwendet. In der Bearbeitung mit der Nähmaschine zeigt sich der Stoff etwas widerspenstig: Je nach Einstellung kann es vorkommen, dass sich das Material beim Nähen wellt. Wir empfehlen dir daher, mit einem erhöhten Differential zu nähen, um die Naht zu straffen.

Wolle

Wolle ist vielseitig einsetzbar. Ob Tweed, Flanell oder Garbadine: Es gibt unzählige Stoffvarianten, die aus Wolle hergestellt werden. Dicke Wollstoffe sind sehr fest – sie eignen sich daher gut für Jacken und Mäntel. Dünne Wollstoffe auf der anderen Seite werden gerne für Hosen und Anzüge verwendet. Die Arbeit mit der Nähmaschine sollte grundsätzlich problemlos klappen, denn es handelt sich um ein Material, das sich sehr gut verarbeiten lässt. Dabei solltest du einen dehnbarer Stich wie zum Beispiel einen Zickzackstich wählen, da die Nähte sonst bei Beanspruchung reißen können. Falls deine Nähmaschine einen verstellbaren Nähfußdruck hat, empfehlen wir dir außerdem, ihn zu verringern. So wird weniger Druck auf die Wolle ausgeübt und der Stoff verzieht sich beim Nähen weniger. Alternativ kannst du einen Obertransportfuß verwenden, der dafür sorgt, dass der Stoff oben und unten gleichmäßig transportiert wird. Nähst du mit einer Overlockmaschine, kann es helfen, den Differentialtransport zu erhöhen, falls sich die Nähte wellen sollten.

Strickware

Strickware wird mit Hilfe einer Strickmaschine gestrickt, indem Maschen miteinander verflochten werden. Hergestellt wird sie mit Vorliebe aus natürlichen Garnen wie Wolle oder Baumwolle – es können aber auch synthetische Fasern zum Einsatz kommen. Grundsätzlich handelt es sich um ein sehr langlebiges und hochwertiges Material, an dem du lange Freude haben wirst. Beim Nähen allerdings ist Strickware ein wenig heikel: Denn das Material rutscht gerne einmal von der Nähmaschine, so dass eine Verarbeitung nicht unbedingt etwas für Anfänger ist. Je nach Stoffart kannst du versuchen, den Nähfußdruck stufenweise zu reduzieren. Dass der Druck stimmt, siehst du daran, dass sich die Naht glatt legt und der Faden im Stoff versinkt. Was die Wahl der Nadel angeht, so solltest du bedenken, dass Strickware keine scharfen Nadeln mag, weil sie die feinen Fäden des Gewebes zerstören können. Am besten greifst du auf Ball-Point-Nadeln mit gerundetem Kopf zurück, die keine neuen Löcher produzieren, sondern durch die bereits vorhandenen Löcher im Gewebe stechen.

Denim Stoff
Denim

Denim oder Jeans ist ein kräftiges Material aus Baumwolle, bei dem naturfarbene Fäden so mit indigoblauen Fäden verwebt werden, dass eine diagonale Stoffstruktur entsteht. Das robuste Gewebe wird gerne für Hosen, Westen und Jacken verwendet. Du kannst aber auch tolle Taschen daraus nähen. Für festen Denim gibt es spezielle Jeansnadeln, die über eine besonders stabile Spitze verfügen. Sie durchstechen selbst mehrere Stofflagen ohne Probleme, so dass du dir beim Nähen keine Sorgen darum zu machen brauchst, dass die Nadel brechen könnte. Die Stichlänge richtet sich nach der Stoffqualität. Als Faustregel kannst du im Hinterkopf behalten, dass du für feinen Denim eine kleinere Stichlänge, für festen Jeansstoff eine größere Stichlänge verwenden solltest. Für Nähte greifst du am besten auf Universalgarn aus Polyester zurück.

Satin

Satin ist ein glänzender Stoff, der vor allem zur Herstellung von festlicher Kleidung zum Einsatz kommt. Weil das Material sehr empfindlich ist und jeder ausgerissene Faden durch die glänzende rechte Seite sofort sichtbar ist, musst du beim Nähen sehr vorsichtig sein. Schon der Zuschnitt kann eine echte Herausforderung sein: Am besten benutzt du daher einen Rollschneider und eine rutschfeste Unterlage. Die verwendete Nadel sollte nicht stärker als Größe 60 sein. So schädigst du das Gewebe am wenigsten. Zwischen Stoff und Transporteur kannst du Seidenpapier einlegen, so dass sich die Lagen nicht verziehen. Alternativ kannst du vor dem Nähen mit dünnem Heftgarn einige Heftstiche einarbeiten.

Flanell

Flanell ist ein Stoff aus Wolle, Viskose oder Baumwolle, der auf der rechten Seite flauschig aufgeraut ist. Er wird daher gerne für Hemden, Schlafanzüge und Wohntextilien verwendet. Beim Zuschnitt solltest du darauf achten, dass bei gemusterten Stoffen die Schnittteile in dieselbe Richtung zeigen. Beim Nähen selbst gehört Flanell aber zu den unkomplizierten Materialien. Für gewöhnlich solltest du mit einer klassischen Stichlänge und einer standardmäßigen Nadelstärke keine Probleme haben. Bei voluminöseren Varianten kannst du die Stichlänge eventuell ein wenig erhöhen und die Fadenspannung anpassen.

Filz

Filz ist kein Stoff im eigentlichen Sinne, denn er wird nicht gewebt, sondern je nach Ausgangsmaterial gewalkt, unter hohem Wasserdruck hergestellt oder vernadelt. Besonders hochwertig ist Filz aus Wolle. Filz aus Polyester ist günstiger, neigt aber leider auch dazu, Knötchen zu bilden. Das Material eignet sich vor allem für Taschen und Wohnaccessoires – du könntest zum Beispiel eine hübsche Tasche für dein Smartphone daraus herstellen. Filz ist fest und griffig, so dass es sich leicht zuschneiden und vernähen lässt. Einen Fadenlauf musst du dabei nicht beachten und auch die Kanten müssen nicht versäubert werden. Aus diesem Grund ist Filz das perfekte Material für Anfänger, die erstmals das Nähen üben möchten.

Seide

Seide ist ein sehr edles Material, das je nach Jahreszeit kühlend oder wärmend wirkt. Hergestellt wird das hochpreisige Naturprodukt aus dem Kokon der Seidenraupe. Der Stoff wirkt durch seinen feinen Glanz besonders hochwertig und eignet sich daher vor allem für elegante Outfits – so zum Beispiel für Blusen oder Kleider. Wenn du mit Seide arbeiten möchtest, solltest du darauf achten, dass die Nadel, die du verwendest, eine einwandfreie Spitze hat. Sonst kann es passieren, dass die Nadel Fäden zieht oder sogar Löcher in den feinen Stoff reißt. Die Nähte sollten eine Stichlänge zwischen 2 und 2,5 Millimetern haben, da sich die Naht sonst zusammenziehen kann. Verwende am besten ein Universalnähgarn aus Polyester. Was die Naht angeht, so kannst du es zum Beispiel mit einer französischen Naht versuchen. Sie wird sehr häufig für Seide und andere dünne Stoffe verwendet.

Musselin

Musselin ist ein Trendstoff. Ursprünglich nach der Stadt Mosul im Irak benannt, handelt es sich um ein feinfädiges Baumwollgewebe, das über einen besonders weichen und lockeren Griff verfügt. Da die Fäden während der Herstellung leicht gedreht werden, ist Musselin glatt und fließend. Farben und Motive hängen vom jeweiligen Einsatzgebiet des Stoffs ab – grundsätzlich kann das Material aber sowohl gefärbt als auch bedruckt werden. Die Verwendung von Musselin hängt vor allem von seiner Beschaffenheit ab. Leichter Musselin wird gerne zur Herstellung von Damenblusen und Sommerkleidern verwendet, während grober Musselin zum Beispiel zu Heimtextilien verarbeitet werden kann. Beim Nähen reicht eine Stichlänge zwischen 3 und 3,5 aus. Sie sorgt dafür, dass die Naht der Struktur des Gewebes folgt, ohne ihn zusammenzuziehen. Achte aber darauf, während des Nähens nicht am Stoff zu ziehen, da sonst Löcher entstehen können. Perfekt lässt sich Musselin übrigens mit einer Overlockmaschine verarbeiten. Dann brauchst du je nach Nähprojekt oft gar keinen Saum – ein Rollsaum oder normaler Overlockstich reicht vollkommen aus.

Lyocell

Lyocell ist ein Material, das aus natürlicher Zellulose hergestellt, aber künstlich verarbeitet wird. Damit gehört der Stoff wie auch Viskose zu den natürlichen zellulosischen Naturfasern. Grundsätzlich können aus Lyocellfaser die unterschiedlichsten Stoffe hergestellt werden. Gerne wird das Material zum Beispiel für Hosen, Röcke, Blusen und Kleider verwendet. Du kannst Lyocell sowohl mit einer herkömmlichen Nähmaschine als auch mit einer klassischen Overlockmaschine bearbeiten. In aller Regel solltest du bereits mit den Standardeinstellungen keine Probleme haben – im Zweifel empfehlen wir dir aber, das Nähen vorab an einer Stoffprobe zu testen.

Cord

Cord ist ein sehr robuster Baumwollstoff, der sich dank seiner charakteristischen Rippen leicht identifizieren lässt. Das Gewebe ist fest, aber warm und weich, so dass es sich ideal zur Herstellung von Hosen, Jacken und Röcken eignet. Der Klassiker ist natürlich die Cordhose mit ihrem speziellen nostalgischen Charme, der an altehrwürdige Universitäten und zerstreute Professoren denken lässt. Beim Nähen kannst du einfach eine 70er oder 80er Universalnadel verwenden. Universalnähgarn und eine Stichlänge zwischen 2 und 2,5 Millimetern sollten ausreichen. Achte aber darauf, immer genug Nahtzugabe zu geben, weil Cord leicht ausfranst. Am besten versäuberst du die Stoffenden immer gleich, damit dir die Naht nicht wieder aufgeht.
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